Neues zur Bundestags-Wahl - einfach erklärt

Der neu gewählte Bundestag hat sich zum 1. Mal getroffen. Die Abgeordneten haben eine neue Bundestags-Präsidentin gewählt. SPD, Grüne und FDP verhandeln darüber, wie sie zusammen regieren wollen. Hier gibt es Nachrichten zur Wahl in Einfacher Sprache.

02.11.2021

Blog zur Bundestags-Wahl 2021 in leichter Sprache: Der Deutschlandfunk berichtet in einem Live-Blog in einfacher Sprache.
Der Deutschlandfunk berichtet in einem Live-Blog in einfacher Sprache über die Bundestags-Wahl 2021. (Deutschlandradio)
2. November - 37 Tage nach der Wahl:
+++ Die Partei CDU sucht eine neue Leitung. Bisher ist Armin Laschet der Vorsitzende von der CDU. Als Kanzler-Kandidat hat er die Wahl verloren. 11 Tage nach der Wahl hat Laschet dann gesagt: Ich gebe den Vorsitz ab.
Heute gab es deshalb eine wichtige Sitzung bei der CDU. Es ging darum, wie die neue Leitung bestimmt werden soll. Denn es gibt mehrere Politiker, die gerne neuer CDU-Chef werden wollen. Viele in der CDU finden: Diese Entscheidung geht alle Mitglieder etwas an. Deshalb hat die Partei-Führung jetzt auf ihrer Sitzung beschlossen: Wir wollen erst einmal die Mitglieder befragen. Das heißt: Alle, die bei der CDU mitmachen, können ihre Meinung sagen.
Die Entscheidung fällt dann auf einem Parteitag. Der soll im Januar sein. Dann wird der neue CDU-Chef oder die neue CDU-Chefin gewählt.
Armin Laschet spricht vor einem roten CDU-Logo
Wer wird nach Armin Laschet der nächste CDU-Chef? (Michael Kappeler/dpa)
29. Oktober - 33 Tage nach der Wahl:
+++ Die Partei SPD muss im Dezember eine neue Leitung wählen. Dann gibt es einen Parteitag. Bisher hat die SPD 2 Vorsitzende. Sie heißen Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Walter-Borjans hat jetzt gesagt: Ich will mich im Dezember nicht noch einmal zur Wahl stellen. Er ist 69 Jahre alt. Und er findet: In Zukunft sollten jüngere Menschen die Partei leiten. Saskia Esken kann sich wohl vorstellen, als Vorsitzende weiter zu machen. Das steht aber noch nicht fest. Die SPD wird wahrscheinlich die nächste Regierung anführen, weil sie die Wahl gewonnen hat. Deshalb finden es viele Menschen jetzt besonders spannend, welche Personen die Partei leiten.
Walter-Borjans und Esken stehen vor einer roten Wand an 2 Mikrofonen
Bisher leiten Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken zusammen die SPD (dpa/Jörg Carstensen)
27. Oktober - 31 Tage nach der Wahl:
+++ Das Land Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Ministerpräsidenten. Es ist der CDU-Politiker Hendrik Wüst. Er war bisher Verkehrs-Minister in dem Bundes-Land. Der Landtag in Düsseldorf hat Wüst mit 103 Stimmen gewählt. Die Regierungs-Parteien CDU und FDP haben zusammen 100. Wüst ist der Nachfolger von Armin Laschet. Er hat in seiner Rede gesagt: Ich möchte Politik für die nächste Generation machen.
26. Oktober - 30 Tage nach der Wahl:
+++ Zum 1. Mal nach der Wahl hat sich der Bundestag getroffen. Die gewählten Abgeordneten haben zuerst eine neue Bundestags-Präsidentin gewählt. Es ist die Politikerin Bärbel Bas von der Partei SPD. Bisher war Wolfgang Schäuble von der CDU der Bundestags-Präsident.
Die Bundestags-Präsidentin leitet die Sitzungen vom Bundestag. Dabei wechselt sie sich mit mehreren Vertreterinnen und Vertretern ab. Auch diese stellvertretenden Präsidentinnen und Präsidenten hat der Bundestag neu gewählt.
Die neue Präsidentin des Bundestages, Bärbel Bas, steht mit den anderen Präsidiums-Mitgliedern in einer Reihe
Bärbel Bas (dritte von links) mit ihren Stellvertreterinnen Aydan Özoguz (SPD), Petra Pau (Die Linke), Yvonne Magwas (CDU) und Stellvertreter Wolfgang Kubicki (FDP) (picture alliance / Michael Kappeler)
+++ Bundes-Kanzlerin Merkel und die ganze Regierung haben ihre Entlassungs-Urkunden bekommen. Sie arbeiten aber trotzdem noch weiter. Denn sie bleiben so lange an der Regierung, bis eine neue Regierung gewählt wird. Das wird wahrscheinlich im Dezember sein. So lange sagt man: Die alte Regierung ist "geschäftsführend" im Amt. In dieser Übergangs-Zeit treffen Regierungen meistens keine großen Entscheidungen mehr.
24. Oktober - 28 Tage nach der Wahl:
+++ In Berlin laufen die Vorbereitungen für die 1. Sitzung des neuen Bundestags - sie wird konstituierende Sitzung genannt. Unter anderem mussten mehr Sitz-Plätze geschaffen werden. Denn die Zahl der Abgeordneten ist gestiegen. Es sind nun 736 Abgeordnete. Bisher waren es 709. Die Sitzung ist am Dienstag, 26. Oktober. Das ist der letzte mögliche Termin für die konstituierende Sitzung. Sie muss spätestens am 30. Tag nach der Bundestags-Wahl stattfinden. Das steht so in der Verfassung. Die Sitzung beginnt um 11 Uhr im Reichtstags-Gebäude. Eröffnet wird sie vom scheidenden Bundestags-Präsidenten: Er heißt Wolfgang Schäuble. Er gehört dem Bundestag am längsten von allen Abgeordneten an – seit 1972. Anschließend wird die neue Präsidentin des Bundestags gewählt: voraussichtlich ist das die SPD-Politikerin Bärbel Bas.
23. Oktober - 27 Tage nach der Wahl:
+++ Die Partei CDU in dem Bundes-Land Nordrhein-Westfalen hat heute einen neuen Vorsitzenden gewählt. Er heißt Hendrik Wüst. Wüst ist bisher Verkehrs-Minister in dem Bundes-Land.
Bisher war Armin Laschet Chef von der CDU in Nordrhein-Westfalen. Zur Zeit arbeitet er als Minister-Präsident von dem Land Nordrhein-Westfalen.
Laschet war bei der Wahl der Kanzler-Kandidat von den Parteien CDU und CSU. Vor der Wahl hat Laschet entschieden: Ich höre auf jeden Fall als Minister-Präsident auf. Auch wenn ich nicht Kanzler werde. Laschet hat auch vorgeschlagen: Hendrik Wüst soll der neue Minister-Präsident werden. Der Land-Tag in Nordrhein-Westfalen wählt den neuen Minister-Präsidenten.
22. Oktober - 26 Tage nach der Wahl:
+++ In Berlin haben viele 1.000 Menschen für eine bessere Klima-Politik demonstriert. Die Organisatoren von der Bewegung "Fridays for Future" fordern: Die neue Bundes-Regierung muss die Pariser Klima-Ziele einhalten. Die Bewegung fordert: Deutschland muss die Kohle-Produktion bis 2030 stoppen. Es muss mehr Sonnen- und Wind-Energie in Deutschland geben.
21. Oktober - 25 Tage nach der Wahl:
+++ Die Koalitions-Verhandlungen haben angefangen. Das heißt: SPD, Grüne und FDP sprechen jetzt über genaue Pläne für Deutschland. Die Parteien treffen sich jetzt immer wieder in vielen kleinen Arbeits-Gruppen. Jede Arbeits-Gruppe hat ein anderes Thema. Zum Beispiel: Wirtschaft, Bildung oder Digitalisierung. Viele Diskussionen werden vor allem bei 2 Themen erwartet: Klima-Schutz und Finanzen. Bei diesen Themen haben die Parteien zum Teil ganz andere Ideen.
Der Zeitplan ist so: Bis Mitte November sollen die Arbeits-Gruppen fertig sein. Dann beraten noch mal die wichtigsten Politikerinnen und Politiker von den Parteien. Am Ende wird ein Text mit allen Plänen und Absprachen geschrieben. Das nennt man: Koalitions-Vertrag. Darin steht, was die Parteien in den kommenden 4 Jahren zusammen in Deutschland verändern wollen. Am Ende wird auch darüber entschieden, wer welches Ministerium leitet.
Die Parteien müssen dann noch dem Koalitions-Vertrag zustimmen. Dafür gibt es Abstimmungen in verschiedenen Gruppen von den Parteien. Die 3 Parteien sagen: In der Woche nach dem 6. Dezember soll es eine neue Regierung geben. Dann könnte der Bundestag Olaf Scholz zum neuen Bundes-Kanzler wählen.
18. Oktober - 22 Tage nach der Wahl:
+++ Jetzt hat auch die FDP gesagt: Wir wollen mit SPD und Grünen richtig über eine neue Regierung sprechen. Das hat die FDP nach einem Treffen entschieden. Der Chef von der FDP ist Christian Lindner. Er sagt: Deutschland braucht eine stabile Regierung. Und: Die FDP will Teil davon sein.
Christian Lindner läuft auf der Straße und lächelt.
Der Chef von der Partei FDP: Christian Lindner. (Paul Zinken/dpa)
Jetzt haben also alle 3 Parteien gesagt: Wir wollen zusammen regieren. So geht es nun weiter: Die Parteien treffen sich noch in dieser Woche zu Koalitions-Gesprächen. In solchen Gesprächen werden dann viele Ideen für das Land diskutiert. Am Ende wollen sich die 3 Parteien dann auf einen Text einigen. In dem Text soll dann stehen: Das planen wir in den nächsten 4 Jahren für Deutschland. Man nennt das auch: Koalitions-Vertrag. Ganz am Ende wird dann noch etwas beschlossen: Welche Partei für welches Ministerium verantwortlich sein soll.
Lindner sagt: Es wird noch viele Diskussionen geben. Denn SPD, Grüne und FDP passen normalerweise nicht sehr gut zusammen. Linder sagt aber auch: Wenn die 3 Parteien gut zusammenfinden, ist das eine große Chance für Deutschland. Er sagt: Mit einer Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP wird vieles moderner werden in Deutschland.
17. Oktober - 21 Tage nach der Wahl:
+++ Die Partei "Die Grünen" haben sich mit einer größeren Gruppe getroffen. Man nennt das auch "kleiner Parteitag". Auf diesem Parteitag haben die Grünen dann über die Frage abgestimmt: Sollen wir weiter Gespräche mit SPD und FDP über eine neue Bundes-Regierung führen? Fast alle bei dem Treffen haben gesagt: ja.
Viele Menschen von den Grünen stehen auf einer Bühne und klatschen.
Die Grünen bei ihrem Treffen: Sie wollen weiter mit SPD und FDP über eine neue Regierung reden. (imago / Mike Schmidt)
Am Freitag hatte auch eine Gruppe von der SPD gesagt: Wir wollen weiter Gespräche mit Grünen und FDP führen. Morgen trifft sich auch eine Gruppe von der FDP. Wenn diese Gruppe auch sagt: Wir wollen weiter Gespräche mit Grünen und SPD führen, dann gibt es richtige Koalitions-Gespräche.
16. Oktober - 20 Tage nach der Wahl:
+++ Es gibt ganz unterschiedliche Reaktionen auf die ersten Pläne von SPD, Grünen und FDP für eine neue Regierung. Viele Menschen in Politik und in Verbänden haben sich die Ideen angeschaut.
Wirtschafts-Verbände sagen: Wir sind recht zufrieden. Der Grund: Es soll keine höheren Steuern geben. Einige Unternehmen sagen aber: Wir finden den Mindest-Lohn von 12 Euro nicht gut. Sie sagen: Das ist zu hoch.
Umwelt-Verbände sagen: Es gibt einige gute Ideen, zum Beispiel der frühere Kohle-Ausstieg. Aber viele Klima-Aktivisten sagen: Die bisherigen Ideen reichen noch nicht für guten Klima-Schutz. Sie sagen: Viele Probleme wurden in den Plänen noch nicht geklärt. Sie hoffen, dass das in den neuen Gesprächen noch passiert.
Einige Politiker von der Opposition sagen: Die Pläne sind noch nicht sehr konkret. Und: Es ist unklar, wie die vielen Ideen bezahlt werden sollen. Auch das soll in den neuen Gesprächen noch geklärt werden.
+++ Die Jugend-Organisation von den Parteien CDU und CSU ist die "Junge Union". Sie hat sich jetzt getroffen. Bei dem Treffen hat auch CDU-Chef Armin Laschet gesprochen. Er sagt: Ich bin verantwortlich für das schlechte Ergebnis von der CDU bei der Bundestags-Wahl.
Armin Laschet steht an einem Redner-Pult udn spricht in ein Mikrofon.
Der Chef von der Partei CDU: Armin Laschet. (dpa)
15. Oktober - 19 Tage nach der Wahl:
+++ Die 3 Parteien SPD, Grüne und FDP wollen zusammen Deutschland regieren. Das haben jetzt wichtige Personen von den Parteien entschieden. Vorher haben sie mehrere Tage darüber miteinander gesprochen. Ob es eine neue Regierung mit den 3 Parteien gibt, ist aber noch nicht ganz sicher. In den Parteien müssen erst noch wichtige Gruppen zustimmen. Dann wollen die Parteien Koalitions-Gespräche führen. Das bedeutet: Sie sprechen ganz genau darüber, was sie in den nächsten 4 Jahren alles verändern wollen. Am Ende wird dann auch entschieden, welche Partei und welcher Mensch sich um welches Ministerium kümmert. Erst wenn die 3 Parteien sich auf alle Details geeinigt haben, gibt es eine neue Regierung.
Wichtige Personen von den 3 Parteien stehen bei einer Presse-Konferenz an Mikrofonen.
Wichtige Personen von den 3 Parteien bei einer Presse-Konferenz: Robert Habeck und Annalena Baerbock (links) sind Chefs von den "Grünen". Olaf Scholz (Mitte) ist Kanzler-Kandidat von der SPD. Und Christian Lindner (rechts) ist Chef von der FDP. (dpa/Kay Nietfeld)
Die 3 Parteien haben aber schon einen Text geschrieben. In dem Text stehen einige Ideen, auf die sie sich schon geeinigt haben. Bei vielen Ideen fehlen noch die Details. Und manche Themen stehen noch gar nicht in dem Text. Hier einige Beispiele, worauf sich die Parteien schon geeinigt haben:
- Es soll einen Mindest-Lohn von 12 Euro geben. Das heißt: Niemand soll dann weniger als 12 Euro pro Stunde verdienen.
- Es wird kein (!) Tempo-Limit auf den Auto-Bahnen geben. Das heißt: Wo das erlaubt ist, dürfen Auto-Fahrer weiterhin so schnell fahren wie sie möchten und können. Die Grünen wollten eigentlich ein Tempo-Limit von 130 km/h, damit die Autos weniger Abgase in die Luft ausstoßen.
- Die Kohle-Kraft-Werke sollen möglichst bis zum Jahr 2030 abgeschaltet werden. Die aktuelle Regierung hatte das eigentlich für das Jahr 2038 geplant.
- Es sollen sehr viele Wind-Räder und Solar-Kraft-Werke gebaut werden. Damit das klappt, gibt es verschiedene Pläne: Zum Beispiel soll es für die Unternehmen leichter werden, Wind-Räder aufzustellen. Der Staat soll die Anträge dafür einfacher machen und schneller bearbeiten. Und: Wenn eine Firma ein neues Gebäude baut, muss es dann Solar-Kraft auf das Dach bauen.
13. Oktober - 17 Tage nach der Wahl:
+++ Die Parteien SPD, Grüne und FDP treffen sich heute und morgen nur in einer sehr kleinen Gruppe. Sie wollen jetzt genau aufschreiben, was sie bei ihren Treffen bisher besprochen haben. Es soll dann bis Freitag ein Text entstehen. In dem Text soll kurz stehen, auf was sich die 3 Parteien schon geeinigt haben. Es geht erst mal um die großen Themen und noch nicht um die Details. Dann müssen die Parteien entscheiden, wie es weitergeht. Fach-Leute sagen: Es ist wahrscheinlich, dass es richtige Gespräche über eine Koalition von den 3 Parteien geben wird.
+++ In der Partei CDU wird weiter diskutiert. Es geht darum, wie die Partei in Zukunft sein soll. Und darum, wer die Partei in Zukunft führt. Jetzt melden sich immer mehr Frauen aus der CDU. Sie sagen: Es gibt bisher zu wenig Frauen unter den Chefs von der CDU. Sie fordern: Das muss sich ändern.
12. Oktober - 16 Tage nach der Wahl:
+++ Die Parteien SPD, Grüne und FDP haben ihre ersten Gespräche in einer größeren Gruppe beendet. Sie sagen nun: Wir haben immer mehr Gemeinsamkeiten gefunden. Aber: Es gibt auch noch Unterschiede. Jetzt wollen sie erst mal in einer sehr kleinen Gruppe weiterreden. Am Freitag könnte dann eine Entscheidung fallen: Entweder sagen die Parteien: Wir wollen konkret über eine gemeinsame Regierung verhandeln - also über eine Koalition. Oder: Wir halten es für eine schlechte Idee, zusammen eine Regierung zu machen.
Die General-Sekretäre von FDP, SPD und Grünen stehen an Mikrofonen und informieren die Presse.
Das sind die General-Sekretäre von den "Ampel"-Parteien: Volker Wissing von der FDP (ganz links), Lars Klingbeil von der SPD (in der Mitte) und Michael Kellner von den Grünen (ganz rechts). (Christophe Gateau/dpa)
11. Oktober - 15 Tage nach der Wahl:
+++ In der Partei CDU wird weiter darüber diskutiert, wer die Partei in Zukunft führen soll. Am 30. Oktober soll es eine Konferenz von den CDU-Kreis-Vorsitzenden geben. Bei der Konferenz soll geklärt werden, ob sich auch die CDU-Mitglieder an den Personal-Fragen beteiligen. Am 2. November soll dann entschieden werden, wann es einen Bundes-Parteitag gibt. Auf dem Bundes-Parteitag soll ein neuer CDU-Vorstand gewählt werden. Die Partei will sich nach dem schlechten Ergebnis bei der Bundestags-Wahl neu aufstellen.
+++ Politiker von den Parteien SPD, Grüne und FDP haben heute noch ein Gespräch darüber geführt, ob sie eine gemeinsame Bundes-Regierung bilden wollen. Ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP nennt man auch Ampel-Koalition. Die 3 Parteien haben aber zu einigen Themen unterschiedliche Meinungen: Zum Beispiel über die Finanz-Politik. Das heißt, sie sind sich nicht einig darüber, wieviel Geld man etwa für den Kampf gegen den Klimawandel ausgeben soll. In dieser Woche soll es noch zwei weitere Gespräche zwischen den 3 Parteien geben.
10. Oktober - 14 Tage nach der Wahl:
+++ Robert Habeck ist zusammen mit Annalena Baerbock Chef von der Partei Die Grünen. Er hat dem Deutschland-Funk ein großes Interview gegeben. Darin ging es um die Gespräche von SPD, Grünen und FDP für eine neue Regierung. Habeck sagt: Es gibt viele Themen, bei denen die 3 Parteien sehr unterschiedliche Ideen haben. Ein Thema, bei dem es besonders schwierig wird: Geld. Eine Frage ist: Wie viel Geld soll wofür ausgegeben werden? Die FDP will zum Beispiel keine neuen Schulden machen. Vor allem die Grünen sagen aber: Wir brauchen viel Geld für den Klima-Schutz. Eine wichtige Frage wird also sein: Wo soll das Geld für den Klima-Schutz herkommen? Habeck sagt: Wir werden sehr viel über Geld diskutieren müssen.
Das ganze Interview mit Robert Habeck können Sie hier lesen oder hören.
9. Oktober - 13 Tage nach der Wahl:
+++ Die alte Regierung aus CDU/CSU und SPD ist im Moment noch im Amt. Zwei Minister von der CDU sind: Peter Altmaier und Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie haben jetzt gesagt: Wir verzichten auf unsere Mandate für den Bundestag. Das bedeutet: Sie wurden eigentlich in den Bundestag gewählt. Aber sie geben ihre Plätze auf. Der Grund: Die beiden wollen Platz machen für jüngere Politikerinnen und Politiker. Es dürfen nun 2 jüngere Menschen aus der CDU in den Bundestag.
+++ Der SPD-Politiker Karl Lauterbach kann sich vorstellen, neuer Gesundheitsminister zu werden. Das hat er in einem Zeitungs-Interview gesagt. Er sagt auch: Im Gesundheits-System braucht es Verbesserung. Zum Beispiel: Mehr Personal in der Pflege, mehr Ärztinnen und Ärzte und weniger Papier-Kram im ganzen System.
Karl Lauterbach steht im Bundestag und hebt die Hand.
Karl Lauterbach ist Gesundheits-Politiker von der Partei SPD. (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)
8. Oktober - 12 Tage nach der Wahl:
+++ In der CDU gibt es eine Diskussion um die Chef-Posten. Viele sagen: Alle Mitglieder von der Partei sollten neue Chefs und Chefinnen wählen. Bisher hat bei der CDU meistens eine kleinere Gruppe aus der Partei darüber entschieden. Noch ist vieles unklar. Zum Beispiel, ob Partei-Chef Armin Laschet wirklich geht und wann. Und es ist unklar, wer dann alles für sein Amt kandidieren könnte.
7. Oktober - 11 Tage nach der Wahl
+++ Die Beratungen über eine neue Regierung gehen weiter: Zum 1. Mal haben sich die Verhandlungs-Teams von SPD, Grünen und FDP gemeinsam getroffen. Die 3 Parteien könnten sich vorstellen, zusammen Deutschland zu regieren. Dann würde wahrscheinlich Olaf Scholz von der SPD der neue Bundes-Kanzler. Noch steht aber nicht fest, ob es klappt. Die Grünen und die FDP können sich auch noch anders entscheiden. Denn sie könnten auch mit den Parteien CDU und CSU zusammen regieren.
Olaf Scholz geht an Kameras vorbei
Olaf Scholz vor dem Gespräch mit Grünen und FDP (dpa/Michael Kappeler)
+++ Der Vorsitzende von der Partei CDU ist Armin Laschet. Er war auch Kanzler-Kandidat von CDU und CSU. Er sagt jetzt: Die Wahl ist für uns schlecht gelaufen. Und: Es braucht eine Erneuerung in der Partei. Laschet hat zwar nicht gesagt: Ich trete zurück. Aber er hat gesagt: Es soll ein Treffen von der CDU geben. Dort soll über neues Personal und neue Themen beraten werden.
6. Oktober - 10. Tag nach der Wahl
+++ Die FDP will nicht gleichzeitig mit SPD und CDU/CSU verhandeln. FDP-Chef Christian Lindner sagt: Wir wollen Schritt für Schritt vorgehen. Die CSU glaubt: Das ist eine Vor-Entscheidung. CDU und CSU haben jetzt nur noch eine Chance, wenn es mit der SPD nicht klappt.
5. Oktober - 9. Tag nach der Wahl
+++ In Berlin haben sich Politikerinnen und Politiker von den Parteien CDU, CSU und von den Grünen getroffen. Die Politiker sprechen darüber, ob sie zusammen mit der Partei FDP eine gemeinsame Regierung bilden können. Die Grünen wollen eigentlich eine Regierung mit der SPD und der FDP bilden. Die Grünen sagen aber auch: Eine Regierung mit CDU, CSU und FDP ist möglich.
+++ Armin Laschet ist der Kanzler-Kandidat von CDU und CSU. Laschet ist auch Regierungs-Chef und CDU-Chef in dem Bundes-Land Nordrhein-Westfalen. Laschet will der CDU in Nordrhein-Westfalen heute Vorschläge machen, wer sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird. Die CDU im Landtag in Düsseldorf kann dann darüber entscheiden. Laschet hatte vor der Bundestags-Wahl gesagt: Ich gebe alle Ämter in Nordrhein-Westfalen ab. Auch wenn ich nicht neuer Bundes-Kanzler werde.
Armin Laschet mit dem Landes-Wappen
Armin Laschet ist auch Minister-Präsident von Nordrhein-Westfalen (dpa/Federico Gambarini)
4. Oktober - 8. Tag nach der Wahl
+++ Die FDP will nur dann mit-regieren, wenn die Menschen nicht mehr Steuern zahlen müssen als jetzt. Steuern nennt man das Geld, das jeder an den Staat abgeben muss, damit der Staat zum Beispiel Schulen und Straßen bauen kann.
Der General-Sekretär von der FDP heißt Volker Wissing. Er hat im Fernseh-Sender ZDF gesagt: Die FDP hat den Menschen im Wahl-Kampf versprochen, dass sie nicht mehr Steuern zahlen müssen. Und er hat gesagt, dass sich daran jetzt nichts ändert. Auch wenn die anderen Parteien das vielleicht so wollen.
3. Oktober - 7. Tag nach der Wahl
+++ Die SPD will jetzt schnell über eine Ampel-Koalition sprechen. Also über eine Regierung von SPD, FDP und Grünen. Der General-Sekretär von der SPD heißt Lars Klingbeil. Er hat gesagt: Wir wollen Deutschland alle zusammen als Gewinner regieren.
2. Oktober - 6. Tag nach der Wahl
+++ Die CDU hat bei der Wahl viele Stimmen verloren. Jetzt sagen viele Menschen: Die Partei muss sich verändern. Der CDU-Politiker Jens Spahn meint, Armin Laschet war als Kanzler-Kandidat nicht so gut im Wahl-Kampf. Spahn sagt auch, dass in Zukunft CDU und CSU zusammen auf einem Partei-Tag bestimmen sollen, wer Kanzler-Kandidat werden soll.
+++ Heute Abend gibt es Gespräche zwischen FDP und Union: Die FDP trifft die Union jetzt also erst nach der SPD. Eigentlich wollte die FDP die Union zuerst treffen. Sie wollte ihren Wählerinnen und Wählern damit zeigen: Die Union ist uns wichtiger - oder zumindest politisch näher. Die Union hatte aber vor Sonntag keine Zeit, heißt es.
1. Oktober - 5. Tag nach der Wahl
+++ Heute treffen sich mehrere Personen von Grünen und FDP. Sie wollen heute vor allem über unterschiedliche Ideen von ihren Parteien reden. Die Frage ist: Wie könnten die beiden Parteien in einer Regierung zusammenarbeiten?
Zwar haben die 2 Parteien oft die gleichen Ziele, zum Beispiel Klima-Schutz. Aber sie haben sehr unterschiedliche Ideen, wie der Weg dahin sein soll. Die Grünen finden zum Beispiel: Autos sollten auf den Auto-Bahnen nicht schneller als 130 Kilometer pro Stunden fahren dürfen. Dann könnte man schädliches CO2 einsparen. Die FDP sagt: Das würde die Freiheit der Menschen zu sehr einschränken. Und: Wir wollen lieber an anderen Stellen schädliches CO2 einsparen.
+++ Etwas mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland wünscht sich eine Regierung aus SPD, Grünen und FDP - also eine Ampel-Koalition. Das zeigen 2 neue Umfragen von ARD und vom ZDF. Die Umfragen zeigen auch: Die meisten Menschen wollen SPD-Kandidat Olaf Scholz als Kanzler. Nur wenige Menschen wollen Unions-Kandidat Armin Laschet als Kanzler.
30. September - 4. Tag nach der Wahl
+++ Nach langem Streit hat die AfD jetzt auch ihre Fraktions-Chefs gewählt. Es sind: Alice Weidel und Tino Chrupalla. Weidel war schon vorher Fraktions-Chefin.
Alice Weidel und Tino Chrupalla stehen an Redner-Pulten und reden.
Die neu gewählten AfD-Fraktions-Chefs sind: Alice Weidel und Tino Chrupalla (Kay Nietfeld/dpa)
+++ Es gibt jetzt einen Termin für Gespräche zwischen FDP und Union: Sie treffen sich am Sonntag-Abend. Die FDP trifft die Union jetzt also erst nach der SPD. Eigentlich wollte die FDP die Union zuerst treffen. Sie wollte ihren Wählerinnen und Wählern damit zeigen: Die Union ist uns wichtiger - oder zumindest politisch näher. Die Union hatte aber vor Sonntag keine Zeit, heißt es.
+++ Bei den Grünen bleiben die Fraktions-Chefs erst mal im Amt. Das sind: Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter. Die Grünen sagen: Wir konzentrieren uns jetzt erst Mal auf die Gespräche zu einer neuen Regierung.
+++ Die AfD will heute ihre Fraktions-Chefs wählen. Das sollte eigentlich gestern schon passieren. Es gab aber noch Streit, wer mit wem antritt und wie abgestimmt werden soll. Denn bei der AfD gibt es wie bei den Grünen und der Linken immer 2 Chefs oder Chefinnen von der Fraktion im Bundestag.
29. September - 3. Tag nach der Wahl
+++ Die Chefs von FDP und Grünen wollen nach ihrem ersten Gespräch gestern weiter miteinander reden. Sie haben gesagt: Wir treffen uns noch mal am Freitag. Dann sollen mehr Politiker von den beiden Parteien dabei sein. Am Samstag sprechen dann FDP und die Union aus CDU und CSU miteinander. Am Sonntag treffen sich FDP und SPD. Auch die Grünen wollen am Sonntag mit der SPD reden. Noch unklar ist, wann die Grünen mit der Union sprechen. Also: Alle reden mit allen. Noch ist alles offen.
Zu dem Inhalt von dem Gespräch gestern wollen FDP und Grüne nicht viel sagen. Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat nur gesagt: Es waren gute Gespräche. Der Rest ist geheim.
+++ Der Kanzler-Kandidat von der Union ist Armin Laschet. Er hat nun Olaf Scholz und der SPD zum Wahl-Sieg gratuliert. Und zwar per Brief. Normalerweise gratulieren die meisten Parteien schon am Wahl-Abend oder am Tag danach dem Sieger. Laschet hat aber zunächst gesagt: Ich finde, es gibt gar keinen klaren Sieger. Sein Grund: SPD und CDU/CSU liegen nicht so weit auseinander. Andere sagen: Die SPD ist klarer Wahl-Sieger. Denn sie hat nicht nur die meisten Stimmen bekommen. Sie hat auch sehr viele neue Stimmen dazugewonnen. CDU und CSU hingegen haben sehr viele Stimmen verloren.
+++ Die SPD hat einen Chef für ihre neue Fraktion im Bundes-Tag gewählt. Es ist Rolf Mützenich. Er war schon zuletzt Fraktions-Chef. Mützenich hat bei der Wahl fast alle Stimmen bekommen. Gestern hatte auch die Unions-Fraktion ihren Chef gewählt. Es ist Ralf Brinkhaus. Auch er war zuletzt schon Chef von der Fraktion. Er wird allerdings erst mal nur 6 Monate lang Chef. Danach gibt es eine neue Wahl. Denn in der Union gibt es noch mehr Menschen, die gerne Fraktions-Chef werden wollen. Das könnte noch Streit geben.
+++ Sie waren die Schnellsten: FDP und Grüne haben als erste über eine mögliche Regierung gesprochen. Die beiden Parteien könnten zusammen regieren - aber nur mit einem großen Partner. Das könnte die SPD oder die CDU sein. Die Chefs von den Grünen und der FDP haben bei ihrem Treffen ein Foto gemacht. Das Foto haben sie ins Internet gestellt. Damit wollten sie zeigen: Wir sind zu Gesprächen bereit. Und vielleicht auch: Auf uns kommt es jetzt an.
Die Politiker stehen eng zusammen und lächeln
Die Chefs von Grünen und FDP zusammen auf einem Selfie (Quelle: Instagram)
28. September - 2. Tag nach der Wahl
+++ Die SPD hat die Grünen und die FDP zu Gesprächen eingeladen. Wichtige Politikerinnen und Politiker aus den Parteien besprechen dann: Wollen wir zusammen eine Regierung bilden? Der erste Termin soll noch in dieser Woche sein. Diese Gespräche nennt man Sondierungen - das bedeutet: Ausprobieren, ob es geht. Wenn die Parteien sich einig sind, kommen aber noch längere Verhandlungen. Dann müssen sie festlegen: Welche Politik wollen wir zusammen machen? Das sind dann die Koalitions-Verhandlungen.
FDP und Grüne wollen sich schon vorher zu einem Gespräch zu zweit treffen. Das war ein Vorschlag von FDP-Chef Lindner. Die beiden Parteien haben eigentlich sehr unterschiedliche Ziele. Deshalb ist es spannend, ob sie sich auf eine Politik einigen können.
+++ In der CDU wird über das Wahl-Ergebnis diskutiert. Die Politikerinnen und Politiker fragen sich, warum sie die Wahl verloren haben. Einige CDU-Mitglieder sagen: Es hat auch an der Führung gelegen. Sie wollen, dass Armin Laschet nicht mehr Partei-Chef bleibt. Heute Nachmittag treffen sich alle gewählten Politikerinnen und Politiker aus CDU und CSU. Sie sind die neue Unions-Fraktion im Bundestag. Noch gibt es Streit, wer Chef von der Fraktion werden soll.
+++ Auch bei anderen Parteien treffen sich heute die neuen Abgeordneten. Man nennt das Fraktions-Sitzung. Die SPD will dann morgen ihren neuen Chef von der Fraktion wählen. Bisher ist das Rolf Mützenich. Viele sagen: Er wird wieder gewählt.
Unklarer ist die Situation zum Beispiel bei den Linken. Sie haben viele Wählerinnen und Wähler verloren. In der Fraktions-Sitzung soll es deshalb eine Diskussion geben: Warum haben uns weniger Menschen gewählt als früher? Noch ist unklar, ob am Ende auch wichtige Politikerinnen und Politiker deshalb zurücktreten.
Das Ergebnis von der Bundestags-Wahl 2021

SPD - 25,7 Prozent
CDU und CSU (Union) - 24,1 Prozent
Grüne - 14,8 Prozent
FDP - 11,5 Prozent
AfD - 10,3 Prozent
Linke - 4,9 Prozent
27. September - Der Tag nach der Wahl
+++ Heute treffen sich die wichtigsten Mitglieder von den Parteien. Sie beraten über das Wahl-Ergebnis. SPD-Kandidat Scholz hat schon gesagt: Wir sind die Wahl-Gewinner. Wir wollen die Regierung stellen. Er will mit den Grünen und der FDP regieren. Scholz sagt: Das sind die 3 Parteien, die mehr Stimmen bekommen haben als bei der Wahl im Jahr 2017. Die Union aus CDU und CSU hat dagegen viele Stimmen verloren. Scholz sagt: Deshalb sollte die Union nicht regieren.
Der Kanzler-Kandidat von der SPD, Olaf Scholz hält einen Blumen-Strauß in der Hand und lächelt.
Der Kanzler-Kandidat von der SPD, Olaf Scholz, am Tag nach der Bundestags-Wahl. (imago/photothek/Florian Gaertner)
+++ In der Union sagen viele: Wir liegen nur etwas hinter der SPD. Deshalb wollen auch wir mit anderen Parteien über eine Regierung sprechen. Es gibt aber auch andere Meinungen in der CDU. Der Minister-Präsident von Sachsen ist Michael Kretschmer. Er ist in der CDU. Und er sagt: Das Wahl-Ergebnis für die CDU ist sehr schlecht. Die Bürgerinnen und Bürger haben sich gegen die Union entschieden. Und: Die CDU muss verstehen, dass sie viele Fehler gemacht hat.
+++ Grüne und FDP wollen miteinander über eine künftige Regierung reden. Die 2 Parteien könnten mit der SPD regieren. Das nennt man dann Ampel-Koalition. Oder die 2 Parteien könnten mit der Union regieren. Das nennt man Jamaika-Koalition. Früher haben die großen Parteien immer entschieden, mit wem sie zuerst über eine Regierung reden wollen. Jetzt könnte das anders sein. Viele glauben: Grüne und FDP werden darüber entscheiden, welche Koalition es in Deutschland geben wird. Es gibt noch weitere Möglichkeiten: zum Beispiel die "Große Koalition". Das ist eine Regierung aus SPD und Union. Aber beide Parteien sagen: Das wollen wir nicht.
+++ Der neue Bundestag wird so groß wie noch nie. Es werden 735 Abgeordnete dort einen Platz haben. Das ist ein Rekord. Zuletzt waren 709 Abgeordnete im Bundestag.
+++ Im neuen Bundestag werden wieder etwas mehr Frauen sitzen. Von den Abgeordneten werden knapp 35 Prozent Frauen sein. Zuletzt waren 31 Prozent von den Abgeordneten Frauen. Noch etwas ist neu: Zum 1. Mal werden 2 Trans-Frauen im Bundestag Abgeordnete sein. Trans bedeutet: Sie haben ein anderes Geschlecht als bei der Geburt. Die meisten Menschen haben diese beiden Frauen früher als Männer gesehen.
+++ Die SPD hat die Bundestags-Wahl gewonnen. Alle Stimmzettel sind jetzt ausgezählt. Sie kam auf 25,7 Prozent. Die CDU/CSU hat 24,1 Prozent, so wenig wie noch nie. Die Grünen sind Dritte mit 14,8 Prozent. Die FDP bekommt 11,5 Prozent. Die AfD hat 10,3 Prozent, und die Linke 4,9 Prozent.
+++ Bei der Bundestags-Wahl ist die AfD in dem Bundes-Land Thüringen zum ersten Mal die stärkste Partei geworden. Sie bekommt 24 Prozent. Die SPD hat 23,4 Prozent bekommen. Die AfD wird in Thüringen vom Verfassungs-Schutz beobachtet. Er will herausfinden, ob die AfD einen demokratischen Staat wie Deutschland ablehnt. Der Verfassungs-Schutz ist ein deutscher Geheim-Dienst. Er soll in Deutschland für Sicherheit sorgen.
Auch in dem Bundes-Land Sachsen hat die AfD bei der Bundestags-Wahl mit 24,6 Prozent die meisten Stimmen geholt. Die SPD hat 19,3 Prozent.
26. September - Der Wahl-Tag
  • Nach den Hoch-Rechnungen führt die SPD.
  • Beide große Parteien sagen: Wir wollen regieren.
  • In Berlin hat sich die Wahl stark verzögert.
+++ Immer mehr Wahl-Kreise melden ihre Ergebnisse. Inzwischen steht zum Beispiel fest: Der CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen kommt nicht in den Bundestag. Er hat im Wahl-Kreis Suhl in Thüringen verloren. Über Maaßen und seine Kandidatur gab es viel Streit. Mehr über Maaßen
+++ Der SPD-Kandidat Olaf Scholz hat seinen Wahl-Kreis in Potsdam gewonnen. In dem Wahl-Kreis war es besonders spannend: Die Wählerinnen und Wähler konnten sich direkt zwischen Olaf Scholz und der Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock entscheiden. Am Ende hat Scholz 34 Prozent von den Erst-Stimmen bekommen und Baerbock 18,8 Prozent.
+++ In den neuesten Hoch-Rechnungen hat sich der Vorsprung für die SPD vergrößert. Das ist die aktuelle Hoch-Rechnung aus dem ARD-Fernsehen:
SPD: 25,8 Prozent
CDU/CSU: 24,2 Prozent
Die Grünen: 14,3 Prozent
FDP: 11,5 Prozent
AfD: 10,6 Prozent
Linke: 5,0 Prozent
Das würde bedeuten: Die SPD hat die meisten Stimmen bekommen. (Quelle: Hoch-Rechnung von Infratest Dimap für die ARD von 22.03 Uhr)

+++ Olaf Scholz will für die SPD Kanzler werden. Er findet: Jetzt soll sehr schnell eine Regierung gebildet werden. Das heißt: Er will mit den anderen Parteien verhandeln, ob sie ihn unterstützen. Aber noch steht das Wahl-Ergebnis nicht fest.
Scholz sitzt im Fernseh-Studio
Olaf Scholz nach der Wahl im Fernsehen (Sebastian Gollnow/dpa-Pool/dpa)
+++ Auch Armin Laschet will weiter Kanzler werden. Er ist der Kanzler-Kandidat von CDU und CSU. Er hofft, dass diese Parteien doch noch die Wahl gewinnen. Laschet sagt: Wir werden alles dafür tun, eine Regierung unter Führung der Union zu bilden.
Armin Laschet sitzt im Fernseh-Studio
Armin Laschet von der CDU will weiter Kanzler werden (Sebastian Gollnow/dpa-Pool/dpa)
+++ Annalena Baerbock war die Kanzler-Kandidatin von den Grünen. Sie wird jetzt nicht Kanzlerin werden. Denn ihre Partei ist nur auf den 3. Platz gekommen. Im ARD-Fernsehen sagt Baerbock: "Wir haben unser Ziel verfehlt." Aber sie sagt auch: Es war trotzdem richtig, als Kandidatin anzutreten. Denn dadurch hat der Wahl-Kampf neuen Schwung bekommen, findet sie.
+++ FDP-Chef Christian Lindner hat einen neuen Vorschlag gemacht: Er findet, jetzt sollten FDP und Grüne miteinander sprechen. Die beiden Parteien könnten nämlich mit regieren - entweder mit der SPD oder mit CDU/CSU. Grünen-Chefin Baerbock findet die Idee auch gut.
Plakate mit Lindner und Baerbock stehen nebeneinander
FDP-Chef Lindner und Grünen-Chefin Baerbock könnten über die nächste Regierung entscheiden (dpa/AP/Michael Sohn)
+++ In Berlin haben auch lange nach 19 Uhr noch immer Menschen vor den Wahl-Lokalen gewartet. Eigentlich machen die Wahl-Lokale in ganz Deutschland um 18 Uhr zu. Aber der Wahl-Leiter hat gesagt: Wer sich bis 18 Uhr angestellt hat, darf auf jeden Fall noch wählen.
+++ Die ersten Hoch-Rechnungen sind da. Hoch-Rechnungen sind genauere Schätzungen für das Wahl-Ergebnis. Ein Teil der Stimmen ist schon ausgezählt. Wahl-Forscher und Wahl-Forscherinnen berechnen daraus, wie das Ergebnis aussehen könnte.
In den beiden Hoch-Rechnungen von den Sendern ARD und ZDF steht: Die SPD liegt knapp vor CDU und CSU. Der Abstand ist aber so knapp, dass sich das auch noch ändern kann. Am Wahl-Abend gibt es immer wieder neue Hoch-Rechnungen. Wenn alle Stimmen ausgezählt sind, kommt das End-Ergebnis.
Vorläufige Zahlen zur Wahl auf einem Bildschirm bei der Wahl-Party von der CDU
Alle Parteien schauen jetzt auf die Zahlen (Peter Kneffel/dpa)
+++ Und so reagieren die kleineren Parteien: Nach der Prognose hat Die Linke am stärksten verloren: Bei der letzten Wahl hatte sie über 9 Prozent, jetzt steht sie bei 5 Prozent. Die Partei-Chefin von der Linken heißt Susanne Hennig-Wellsow. Sie sagt: "Das ist ein schwerer Schlag für uns." Die FDP bleibt ungefähr gleich bei etwa 11 Prozent. Sie hofft darauf, mit regieren zu können. Die AfD hat nach der Prognose einige Stimmen verloren. Sie fällt von 12,6 auf etwa 11 Prozent. Partei-Chef Tino Chrupalla ist aber recht zufrieden. Er sagt: Das ist ein solides Ergebnis.
+++ Die Grünen hatten gehofft, die Wahl zu gewinnen. Jetzt sind sie auf dem 3. Platz gelandet. Im Vergleich zu früher haben sie zwar Stimmen dazu gewonnen. Aber es hat nicht gereicht. Die Grünen haben die großen Parteien nicht eingeholt. Bundes-Geschäftsführer Michael Kellner sagt: "Es fällt mir schwer, mich über dieses Ergebnis zu freuen. Die Erwartungen waren höher."
+++ Die beiden großen Parteien SPD und CDU sagen, dass sie die nächste Regierung führen wollen. Am Wahl-Abend sprechen oft die General-Sekretäre für die Parteien. Bei der SPD ist das Lars Klingbeil. Er hat nach den ersten Zahlen gesagt: "Die SPD hat den Regierungs-Auftrag. Wir wollen, dass Olaf Scholz Kanzler wird." Der Generalsekretär von der CDU heißt Paul Ziemiak. Seine Partei will auch regieren. Ziemiak weiß auch schon, mit wem: Er ist für eine Zusammenarbeit von CDU, Grünen und FDP.
Viele Politikerinnen und Journalisten sagen aber auch: Der Abend ist noch lang. Wir müssen erst einmal das End-Ergebnis abwarten.
+++ 18 Uhr: Die ersten Zahlen sind da! Wichtig: Es ist noch nicht das Ergebnis, sondern eine Schätzung. Sie heißt Prognose. Danach ist klar: Das Wahl-Ergebnis wird sehr knapp.
Prognose von 18 Uhr:
CDU und CSU: 25 Prozent
SPD: 25 Prozent
Die Grünen: 15 Prozent
AfD: 11 Prozent
FDP: 11 Prozent
Linke: 5 Prozent
Das bedeutet: Es steht noch nicht fest, ob CDU und CSU oder die SPD die Wahl gewonnen haben. Die Grünen kommen auf den 3. Platz. FDP und AfD sind ungefähr gleich stark. Bei der Linken wird es knapp, ob sie im Bundestag bleibt. Bei weniger als 5 Prozent wäre sie raus.
(Quelle: Wahlforscher / Prognose von infratest Dimap)
+++ Im Deutschlandfunk beginnt die Sonder-Sendung zur Wahl. Dort berichten die Journalistinnen und Journalisten heute Abend aus Berlin und Köln. Sie stellen alle neuen Zahlen vor. Und man kann dort hören, wie die Politikerinnen und Politiker auf das Ergebnis reagieren.
+++ Vor 18 Uhr darf niemand Umfragen oder Prognosen veröffentlichen. Sonst könnte das die letzten Wählerinnen und Wähler beeinflussen. In Bayern soll das aber trotzdem passiert sein. Die Partei CSU sagt: Der Chef von der Partei Freie Wähler hat eine Prognose veröffentlicht. Er heißt Hubert Aiwanger. Der Vorwurf ist: Aiwanger soll Zahlen getwittert und später wieder gelöscht haben.
+++ Noch gut eine Stunde, dann ist es soweit: Um 18 Uhr ist die Wahl zu Ende. Dann gibt es auch gleich die ersten Zahlen. Das ist die Prognose. Es ist noch kein Ergebnis, sondern eine Schätzung. Wahl-Forscherinnen und Wahl-Forscher haben heute vor vielen Wahl-Lokalen Frage-Bögen verteilt. Die Frage-Bögen sind ohne Namen und freiwillig. Man kann darauf eintragen, was man gewählt hat, wie alt man ist, was man arbeitet und noch andere Dinge. Damit rechnen die Forscher die Prognose aus. So gibt es schon eine Schätzung, obwohl die Stimmen noch nicht ausgezählt sind.
+++ Eine wichtige Frage bei der Bundestags-Wahl ist: Wie viele Menschen machen mit? Das ist die Wahl-Beteiligung. Viele Städte und Bundes-Länder melden, dass sich bisher mehr Menschen beteiligen als beim letzten Mal. Bundesweit kann man das aber schwer einschätzen. Der Bundes-Wahlleiter sagt: Bis 14 Uhr sind etwas weniger Menschen in den Wahl-Lokalen gewesen als bei der letzten Wahl. Dafür haben aber viel mehr Menschen Brief-Wahl gemacht. Ein Grund dafür ist die Corona-Pandemie.
Wahl-Helferinnen und Wahl-Helfer öffnen die rosa-farbenen Umschläge. 
Auch die Stimmen aus der Brief-Wahl dürfen erst nach 18 Uhr gezählt werden. Zur Vorbereitung öffnen Helfer aber schon vorher die Brief-Umschläge. (dpa/Rolf Vennenbernd)
+++ Wenn es Warte-Zeiten gibt, kann man ausnahmsweise auch nach 18 Uhr noch abstimmen. Man muss aber rechtzeitig am Wahl-Lokal sein. Alle, die sich bis 18 Uhr anstellen, dürfen noch wählen. Das hat die Landes-Wahl-Leitung in Berlin gesagt. In Berlin dauert das Wählen besonders lange. Der Grund: In Berlin gibt es heute außer der Bundestags-Wahl auch noch die Wahl für das Abgeordneten-Haus und eine Abstimmung über Wohnungen. Die Berlinerinnen und Berliner haben deshalb mehr Wahl-Zettel bekommen als alle anderen.
Menschen stehen in einer langen Warte-Schlange auf dem Fuß-Weg
Manche Wählerinnen und Wähler haben über eine Stunde gewartet (dpa)
+++ Armin Laschet ist der Kanzler-Kandidat von den Parteien CDU und CSU. Aber er ist natürlich auch ein Wähler. Armin Laschet hat seine Stimme in der Stadt Aachen abgegeben. Dabei hat er einen Fehler gemacht. Er hat den Wahl-Zettel nicht richtig gefaltet. Man muss ihn nämlich so falten, dass niemand die Kreuze sehen kann. Damit die Wahl geheim bleibt. Auf Fotos kann man auf Laschets Wahl-Zettel die Kreuze sehen - sie sind natürlich bei der CDU. Der Bundes-Wahl-Leiter sagt: Das war nicht richtig. Laschets Stimmen sind aber trotzdem gültig.
Laschet steckt den Wahl-Zettel in die Urne. Man sieht die Kreuze für beide Stimmen.
Kanzler-Kandidat Armin Laschet bei der Wahl in Aachen (dpa/POOL Reuters/Thilo Schmuelgen)
+++ An einigen Wahl-Lokalen in Berlin gab es heute längere Warte-Schlangen. Man sollte also zur Sicherheit etwas Zeit einplanen. Einige Menschen ärgern sich, dass sie warten müssen. Andere freuen sich, so viele Menschen bei der Wahl zu sehen.
+++ Brief-Wahl vergessen? Manche Menschen haben Brief-Wahl beantragt, aber den Brief dann doch nicht abgeschickt. Auch sie können heute noch wählen. Das geht so: Mit den Zetteln von der Brief-Wahl geht man ins Wahl-Lokal. Dort kann man dann seine Stimme abgeben. Das Wahl-Lokal muss im eigenen Wahl-Kreis sein, also da wo man wohnt.
Zwei Wahl-Helfer sitzen an Schul-Tischen, zwischen ihnen steht die Wahl-Urne.
Wahl-Lokale sind oft in Schulen (Deutschlandradio/Rita Vock)
+++ In ganz Deutschland gibt es heute Wahl-Lokale. Alle Wahl-Lokale haben von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends geöffnet. Das Wahl-Lokal ist oft in einer Schule oder in einem Rathaus. Wo es genau ist, steht auf der Wahl-Benachrichtigung.
Wichtig: Wer die Wahl-Benachrichtigung verloren hat, kann trotzdem wählen gehen. Man muss dann seinen Personal-Ausweis oder Pass mitnehmen. Wo das Wahl-Lokal ist, wissen meistens die Nachbarn. Wenn nicht, kann man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Gemeinde fragen.
Fahrrad mit einer Wahl-Benachrichtigung auf dem Gepäck-Träger
Die Wahl-Benachrichtigung sollte man mitnehmen. Notfalls geht es aber auch ohne. (Deutschlandradio/Rita Vock)
Mehr Informationen: Wählen - was man wissen muss
Hier geht es zurück zur Übersicht: Die Bundestags-Wahl - einfach erklärt
25. September - noch 1 Tag bis zur Wahl:
+++ Einen Tag vor der Bundestags-Wahl haben die Parteien noch einmal um unentschlossene Wähler geworben. Der Kanzler-Kandidat von den Unions-Parteien heißt Armin Laschet. Er redet gemeinsam mit Bundes-Kanzlerin Angela Merkel in Aachen. Der SPD-Kanzler-Kandidat Olaf Scholz hat eine Veranstaltung in Potsdam. Die FDP hat Veranstaltungen in Köln und Düsseldorf.
+++ Fach-Leute sagen: Viele Wählerinnen und Wähler haben immer noch nicht entschieden, welche Partei sie wählen wollen. Es sind sogar mehr Menschen unentschlossen als vor früheren Wahlen. Für die Forschenden ist es deshalb schwierig vorherzusagen, welche Partei vielleicht die Wahl gewinnt.
+++ Wahl-Forscher glauben: Der nächste Bundestag wird so groß wie nie zuvor sein. Jetzt gibt es 709 Abgeordnete im Bundestag. Nach der Wahl sind es vielleicht sogar 912 Bundestags-Abgeordnete. Dann würde es erst mal nicht genug Büros für alle geben. Viele Menschen finden: Der Bundestag ist mit 709 Abgeordneten schon jetzt viel zu groß. Eigentlich sollten nur knapp 600 Menschen im Bundestag sein. Durch ein kompliziertes Wahl-System sind es aber zuletzt immer mehr geworden. Einige Parteien wollen das System deshalb reformieren.
Bei der Bundestags-Wahl geht es um viele wichtige Themen. Die Fach-Redaktionen vom Deutschland-Funk haben aufgeschrieben, was die Probleme sind. Sie haben auch aufgeschrieben, was die Parteien anders machen wollen. Hier eine Übersicht zu unserer kleinen Serie:

Worum es bei der Wahl geht

Teil 1: Europa und die Welt

Teil 2: Kultur

Teil 3: Sport

Teil 4: Bildung

Teil 5: Wirtschaft und Geld

Teil 6: Klima-Schutz
24. September - noch 2 Tage bis zur Wahl:
+++ Kurz vor der Wahl haben die Kandidatinnen und Kandidaten noch viele Auftritte. Sie versuchen, die Menschen von sich zu überzeugen. Der SPD-Kanzler-Kandidat Olaf Scholz und die Kanzler-Kandidatin von den Grünen, Annalena Baerbock, fahren dafür nach Nordrhein-Westfalen. Das ist das Bundes-Land, in dem die meisten Menschen leben. Der Kanzler-Kandidat von CDU und CSU, Armin Laschet, fährt nach Bayern. Morgen geht der Wahl-Kampf dann für alle Parteien zu Ende.
+++ Unbekannte haben versucht, auf Computer vom Bundes-Wahlleiter zuzugreifen. Es war schon der 2. Hacker-Angriff. Die Behörde ist für die Bundestags-Wahl zuständig. Ein Sprecher von der Behörde sagt: Wir haben den Angriff sehr schnell bemerkt. Das zeigt, dass unsere Computer-Sicherheit gut funktioniert. Und die Bundes-Regierung sagt: Es war kein Angriff auf die Computer, die man für das Wahl-Ergebnis braucht. Deshalb gibt es für die Wahl auch keine Gefahr.
Computer-Experten warnen schon länger: Die Wahl könnte ein Ziel für Computer-Verbrecher sein. Andere Länder könnten zum Beispiel versuchen, das Wahl-Ergebnis zu fälschen. Innen-Minister Seehofer sagt dazu: Es ist gut, dass die Stimmen in Deutschland immer noch auf Papier-Zetteln abgegeben werden und nicht an Wahl-Computern. So ist es sicherer.
23. September - noch 3 Tage bis zur Wahl:
+++ Bei der Bundestags-Wahl gilt ein neues Wahl-Recht. Durch die Änderung dürfen rund 85.000 Menschen zum 1. Mal wählen. Vorher waren sie vom Wahl-Recht ausgeschlossen. Es sind Menschen mit verschiedenen Behinderungen und Beeinträchtigungen. Sie waren ausgeschlossen, weil sie ständig eine rechtliche Betreuung brauchen. So stand es im Gesetz. Das wurde jetzt geändert. Unsere Reporterin Katharina Thoms hat eine dieser Neu-Wählerinnen getroffen. Den Audio-Beitrag kann man hier anhören.
Andert und Thoms lächeln nebeneinander in die Kamera
Die Erstwählerin Jacqueline Andert (r) mit Reporterin Katharina Thoms (Deutschlandradio)
+++ Ein Brief-Träger aus der Stadt Schleswig hat seine Arbeit nicht gemacht. Er hat viele Briefe nicht bei den Menschen abgegeben, sondern sie in seiner Wohnung aufgehoben. Dabei waren auch ungefähr 700 Wahl-Benachrichtigungen. Jetzt hat die Polizei die Wohnung von dem Brief-Träger durchsucht. Dabei hat sie die Briefe gefunden. Der Brief-Träger kommt jetzt wahrscheinlich vor Gericht. Die betroffenen Menschen haben inzwischen schon neue Wahl-Benachrichtigungen bekommen. Sie hatten sich bei der Post beschwert.
+++ Der Behinderten-Beauftragte der Bundes-Regierung ist Jürgen Dusel. Er hat gesagt: Das Wählen im Wahl-Lokal muss für alle möglich sein. Auch für Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen. Dafür brauchen wir noch mehr Barriere-Freiheit. Menschen mit einer Seh-Behinderung brauchen zum Beispiel Wahl-Schablonen. Für Menschen mit einer Hör-Behinderung sollte es Dolmetscher für Gebärden-Sprache geben. Zwar sieht Dusel schon Verbesserungen. Aber er findet: Es gibt immer noch viele Menschen, die bei der Wahl Schwierigkeiten haben. Das sollte sich ändern.
22. September - noch 4 Tage bis zur Wahl:
+++ In der Politik und im Wahl-Kampf gibt es viele komplizierte Wörter. Die Internet-Seite mit dem Namen "Hurraki" ist ein Wörter-Buch in leichter Sprache. Auf dem Blog von der Seite gibt es nun etwas Neues: Hurraki hat Politikerinnen und Politiker gefragt, ob sie komplizierte Wörter zur Bundestags-Wahl in leichter Sprache erklären können. Viele haben mitgemacht.
Hier einige Beispiele:
Der Präsident vom Bundestag ist Wolfgang Schäuble. Er ist in der Partei CDU. Er erklärt in leichter Sprache, was das eigentlich ist: ein Bundestags-Präsident.
Anton Hofreiter ist ein Politiker von der Partei "Die Grünen". Er erklärt in leichter Sprache: die Verkehrs-Wende.
Katja Kipping ist eine Politikerin von der Partei "Die Linke". Sie erklärt: Was ist "Digitale Teilhabe"?
Julia Söhne ist eine Politikerin von der Partei SPD. Sie erklärt in leichter Sprache: Was ist eine Bürger:innenversicherung?
Nicole Bauer ist eine Politikerin von der Partei FDP. Sie erklärt: Was ist Grünland-Umbruch?
21. September - noch 5 Tage bis zur Wahl:
+++ Die Gewerkschaften in Deutschland vertreten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Heute haben die großen Gewerkschaften eine Aktion gemacht: Sie haben an Bahnhöfen und auf der Straße für eine bessere Renten-Politik geworben. Sie sagen: Eine neue Bundes-Regierung muss sich dringend um die Rente kümmern. Denn: Das System funktioniert nicht mehr so gut wie früher. In Zukunft wird es immer mehr Rentnerinnen und Rentner geben. Es wird aber nicht mehr Menschen geben, die durch ihre Arbeit Geld in die Renten-Kasse einzahlen. Also muss der Staat immer mehr Steuer-Geld in die Renten-Kasse geben, damit noch alle Renten bezahlt werden können. Die Gewerkschaften fordern: Trotzdem sollte das Alter, in dem man normalerweise in Rente geht, nicht mehr steigen. Im Moment ist das mit 67 Jahren. Sie sagen auch: Die Höhe der Rente darf nicht mehr sinken.
Reiner Hoffmann verteilt an einem Bahnhof Frühstücks-Riegel und Flyer zum Thema "Rente" an Reisende.
Der Vorsitzende von dem Deutschen Gewerkschafts-Bund: Reiner Hoffmann (dpa)
Die Parteien haben verschiedene Ideen für das Renten-System. Die Grünen und die SPD schlagen vor: Auch Beamte und Politikerinnen und Politiker sollten in die Renten-Kasse einzahlen. Das machen sie bisher nicht, bekommen im Alter aber eine Art Rente vom Staat, man nennt das auch Pension. Die AfD sieht das ähnlich. Die FDP sagt: Bei privaten Renten-Versicherungen sollte ein Teil in Aktien angelegt werden müssen. Die Linke will das Alter, ab dem man die volle Rente bekommt, wieder senken auf 65 Jahre. Die CDU sagt: Die Menschen sollen auch privat für die Rente vorsorgen. Das soll ihrer Meinung nach automatisch passieren - außer, man widerspricht.
20. September - noch 6 Tage bis zur Wahl:
+++ Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz wollen die nächste Regierung führen. Die 3 wollen Bundes-Kanzler werden oder Bundes-Kanzlerin. In den Parteien gibt es aber noch andere wichtige Menschen. Zum Beispiel die Menschen, die die Gruppen von den Parteien im Bundes-Tag führen. Diese Gruppen nennt man Fraktionen. Die Menschen nennt man Fraktions-Chefs oder Fraktions-Chefinnen.
Diese Menschen haben im Bundes-Tag viel zu sagen. Die Fraktions-Chefs von den Regierungs-Parteien können zum Beispiel Gesetze beeinflussen. Sie reden auch mit, wenn es um Posten geht. Heute haben die Fraktions-Chefs und Fraktions-Chefinnen im Fernsehen miteinander gesprochen. Es sind Ralph Brinkhaus von CDU und CSU, Rolf Mützenich von der SPD, Alice Weidel von der AfD, Katrin Göring-Eckhardt von den Grünen, Christian Lindner von der FDP und Amira Mohamed Ali von den Linken.
Das Video von der Sendung kann man sich anschauen. Das Video kann man auch mit Unter-Titeln sehen und mit Gebärden-Sprache. In dem Video kann man mitbekommen, was die Fraktions-Chefs gesagt haben. Dann kann man auch erfahren, was die AfD, die FDP und die Linken wollen. Diese 3 Parteien sind bei den Diskussionen von den Kanzler-Kandidaten nämlich nicht vertreten.
19. September - noch 7 Tage bis zur Wahl:
+++ In genau einer Woche ist die Wahl. Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz wollen die nächste Regierung führen. Heute Abend haben die 3 noch einmal im Fernsehen miteinander gestritten. Weil es 3 Menschen sind, nennt man die Sendung "Triell". Zum Schluss sollten die 3 sagen, was ihnen besonders wichtig ist.
Annalena Baerbock von den Grünen hat gesagt: Die nächste Regierung muss sich vor allem um den Klima-Schutz kümmern. Außerdem soll die Regierung mehr für die Kinder tun.
Armin Laschet von der CDU hat gesagt: Mir ist der Zusammenhalt in Europa sehr wichtig. Außerdem soll sich die Regierung um die Wirtschaft in Deutschland kümmern.
Olaf Scholz von der SPD hat gesagt: Ich will, dass alle Menschen in Deutschland mindestens 12 Euro pro Stunde bei der Arbeit verdienen. Außerdem sollen die Renten für die älteren Menschen sicher sind.
Weiterlesen: Nachrichten aus dem Wahl-Kampf - einfach erklärt (Archiv unserer Blog-Einträge bis zum 18. September)
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Wahl-Programme von den Parteien: Was wollen die Parteien nach der Bundestags-Wahl in Deutschland ändern? Das haben die Parteien in ihren Wahl-Programmen aufgeschrieben. Viele Wahl-Programme zur Bundestags-Wahl gibt es auch in leichter Sprache:

Das Wahl-Programm von der SPD in leichter Sprache
Das Wahl-Programm von der Partei "Die Grünen" in leichter Sprache
Das Wahl-Programm von der Partei "Die Linke" in einfacher Sprache
Das Wahl-Programm von der FDP in leichter Sprache
Das Wahl-Programm von CDU und CSU in leichter Sprache

Die Partei AfD hat bisher noch kein Wahl-Programm in leichter Sprache. Das normale Wahl-Programm von der AfD gibt es hier.
+++ Die Bundestagswahl 2021 ist am 26. September, das ist wie immer ein Sonntag. Insgesamt dürfen 47 Parteien mitmachen. Davon können die Wählerinnen und Wähler 11 Parteien in allen 16 Bundes-Ländern wählen. Die anderen Parteien treten nur in einigen Bundes-Ländern an. Im Moment gibt es im Bundestag 7 Parteien. Das sind: CDU und CSU (sie sind zusammen die "Unions-Fraktion"), SPD, AfD, Grüne, Linke und FDP.
+++ Was ist überhaupt der Bundestag? Und wie funktioniert die Wahl? Das erklärt ein Video vom Deutschen Bundestag.
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Wörterbuch

  • Wahl-Kampf

    Wahl-Kampf nennt man die Zeit vor einer Wahl. Die Menschen können wählen, wer zum Beispiel Präsident werden soll. Wer Präsident oder Kanzlerin werden will, der muss erklären, warum die Menschen ihn wählen sollen. Die Politiker hängen dann viele Plakate auf und machen große Versammlungen. Sie halten dort Reden und man kann sie etwas fragen.

  • SPD

    Die SPD ist eine von den großen Parteien in Deutschland. SPD ist die Abkürzung für Sozial-Demokratische Partei Deutschlands. Die SPD nennt sich sozial-demokratisch, weil sie betonen will, dass ihr das Soziale besonders wichtig ist. Damit ist zum Beispiel Gerechtigkeit gemeint.

  • Bundestags-Wahl

    Bei einer Bundestags-Wahl wählen die Menschen das deutsche Parlament. Es heißt Bundestag. Im Bundestag sitzen Männer und Frauen. Sie machen die Gesetze für Deutschland. Bei der Wahl entscheiden die Bürger, welche Politikerinnen und Politiker im Bundestag sitzen sollen. Mit der 1. Stimme wählt man eine bestimmte Person. Mit der 2. Stimme wählt man eine Partei. Alle Stimmen werden gezählt. Die Partei mit den meisten Stimmen darf die meisten Abgeordneten schicken.

  • FDP

    Die FDP ist eine Partei in Deutschland. Die Abkürzung bedeutet: Freie Demokratische Partei. Die FDP gehört zu den liberalen Parteien. Die FDP meint zum Beispiel: Man soll der Wirtschaft und den Menschen nicht zu viele Vorschriften machen.

  • CSU

    Die CSU ist eine deutsche Partei. Ihr langer Name ist: Christlich-Soziale Union. Die CSU kann man nur in dem Bundes-Land Bayern wählen. Im Rest von Deutschland arbeitet sie mit der Partei CDU zusammen. Beide zusammen nennt man "die Union".

  • Die Grünen

    Die Grünen sind eine deutsche Partei. Politikerinnen und Politiker von den Grünen sitzen im Bundestag und in vielen Landtagen. Die Grünen finden die Umwelt-Politik besonders wichtig.

  • AfD

    Die AfD ist eine politische Partei in Deutschland. Die Abkürzung steht für: Alternative für Deutschland. Die AfD gibt es seit dem Jahr 2013. Im Jahr 2017 ist sie in den Bundestag gekommen. Am Anfang war die AfD vor allem gegen den Euro. Später hat sie vor allem gegen Flüchtlinge und gegen den Islam protestiert. Viele Politikerinnen und Politiker aus anderen Parteien finden das ausländer-feindlich. Deshalb wollen sie mit der AfD nicht zusammen-arbeiten.

  • Die Linke

    Die Linke ist eine deutsche Partei. Politikerinnen und Politiker von der Linken sitzen im Bundestag und in mehreren Landtagen. Die Linke findet die Sozial-Politik besonders wichtig. Die Linke ist in Ost-Deustschland stärker als in West-Deutschland.

  • Fraktion

    Eine Fraktion ist eine Gruppe von Politikern und Politikerinnen in einem Parlament. Fraktionen gibt es zum Beispiel im Bundestag und in den Landtagen. Meistens sind die Politiker von einer Fraktion alle aus derselben Partei.

  • CDU

    Die CDU ist eine große deutsche Partei. Die Abkürzung steht für: Christlich-Demokratische Union Deutschlands. Die CDU gibt es in allen Bundes-Ländern außer in Bayern. Dort gibt es die Partei CSU. CDU und CSU arbeiten in der Bundes-Politik zusammen. Beide zusammen nennt man auch die Union.

  • Unions-Parteien

    Die Union sind die beiden Parteien CDU und CSU. Sie sind Schwester-Parteien. Die CSU kann man nur in Bayern wählen. Die CDU kann man in allen anderen Bundes-Ländern wählen.

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