"Sonder-Vermögen" ist das Unwort des Jahres

In Deutschland wählt jedes Jahr eine Jury das Unwort des Jahres. Unwörter sind schlecht oder falsch benutzte Wörter. Die Jury sagt: Das Wort "Sonder-Vermögen" ist das schlechteste Wort aus dem Jahr 2025. Denn das Wort wird eigentlich nur benutzt, damit Politiker nicht "Schulden" sagen müssen.

Das Wort Sonder-Vermögen mit Buchstaben aus dem Spiel Scrabble gelegt.
Sonder-Vermögen ist das Unwort des Jahres 2025. (picture alliance / Caro Kadatz / Caro Kadatz)
Die Jury sagt: Das Wort "Sonder-Vermögen" beschönigt die Schulden. So muss man nicht über die Schulden diskutieren. Die Jury findet: In einer Demokratie muss man diskutieren. Denn alle Menschen sollen wissen, was die Regierung entscheidet und können dann mitreden. Nur dann funktioniert die Gesellschaft richtig.
Auf dem 2. Platz bei der Wahl kam das Wort "Zustrom-Begrenzungs-Gesetz". Das Gesetz soll dafür sorgen, dass weniger Geflüchtete nach Deutschland kommen.
Die Jury sagt: Die Geflüchteten werden mit einer Gefahr in Verbindung gemacht. Denn ein Strom klingt nach Wasser und einer großen Gefahr. Es klingt nicht nach Menschen. Mit dem Zustrom sind aber geflüchtete Menschen gemeint, die nach Deutschland kommen.

Wörter-Buch

  • Unwort des Jahres

    Am Ende von jedem Jahr wählen Sprach-Experten ein "Unwort". Sie wählen zum Beispiel ein Wort, das Menschen beleidigt. Es kann auch ein Wort sein, das Ereignisse falsch darstellt. Die Experten wollen, dass die Menschen über die Wörter nachdenken.

  • Staats-Schulden

    Staats-Schulden sind die Schulden von einem Land. Länder brauchen Geld, zum Beispiel um Schulen und Straßen zu bauen. Die Länder bekommen Geld von den Bürgern. Wenn das nicht reicht, müssen sich die Länder Geld bei den Banken leihen. Dann machen sie Schulden.

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